Edge Sorting - und warum es illegal ist

Falls Sie schon etwas über Spielvorteile im Casino gelesen haben, dann sind Sie vielleicht auf den Begriff "Edge Sorting" gestoßen. Dieser beschreibt eine Glücksspiel-Technik, bei der Spieler bestimmen, ob eine verdeckte Karte einen hohen oder niedrigen Wert hat, indem sie nach fast unmerklichen, unbeabsichtigten Unterschieden auf der Rückseite bestimmter Marken-Spielkarten Ausschau halten.

Diese Spieler überreden den Kartengeber dann, die Karten in hohe und niedrige Werte zu sortieren, ohne dass er sich dessen bewusst ist.

Diese Technik nahm ihren Anfang, als einigen Spielern klar wurde, dass die Karten mancher Hersteller unbeabsichtigte Abweichungen aufwiesen. Im Allgemeinen haben alle Karten in einem Deck identische Rückseiten. Bei einigen Marken sind jedoch die beiden Längsseiten jeder Karte immer unterschiedlich und dieses Muster ist bei einer Drehung von 180 Grad asymmetrisch.

Wird Edge Sorting angewandt, dann bittet der Spieler, der auf den Vorteil aus ist, den Dealer darum, einige der aufgedeckten Karten zu drehen. Dazu gibt er oft vor, er würde glauben, dass sie ihm dadurch mehr Glück bringen. Dealer wissen, dass die Spieler häufig abergläubisch sind, und da sie die Karte nicht in dem Sinne aufdecken, erfüllen sie dieses Anliegen. Dabei wissen sie nicht, dass die Karten gedreht und so die niedrigen Karten in einer Richtung ausgelegt werden und die hohen Karten in einer anderen. Diese Art zu spielen wird auch nur an Tischen ausgeführt, an denen der Dealer einen automatischen Kartenmischer benutzt. Dieser ändert nicht die Ausrichtung der Karten, wie es beim manuellen Mischen geschieht.

Sobald eine größere Anzahl Karten gedreht wurde, sind Spieler in der Lage, das Wissen um die hohen und niedrigen Karten zu ihrem Vorteil zu nutzen. Auf diese Weise wird der Hausvorteil überwunden und sie marschieren mit einem netten Gewinn davon. Im Gegensatz zu anderen Methoden des Spielvorteils und der Schwindel beim Blackjack wie Shuffle Tracking und Asse lenken kann Edge Sorting bei jedem Kartenspiel eingesetzt werden.

Naturgemäß kann diese Methode nicht in einem Online-Casino eingesetzt werden, doch sie wurde von Spielern in konventionellen Casinos benutzt. Am bemerkenswertesten in 2012 durch den berühmten Poker-Profi Phil Ivey, der sage und schreibe mit dieser Methode 7,7 Millionen Pfund an den Punto-Banco Baccarat-Tischen des Crockford Casinos gewonnen hat. Das Casino kam allerdings dahinter und hielt die Gewinne mit dem Vorwurf des Betrugs zurück.

Zwangsläufig landete der Fall vor Gericht. Der Oberste Gerichtshof Großbritanniens entschied, dass diese Technik Betrug ist, und dass das Casino dazu berechtigt war, die Auszahlung der Gewinne zu verweigern. Im Urteil wurde ausgeführt, dass die Entscheidung anders wäre, wenn es einem Spieler einfach nur auffällt und er einen so bemerkten Irrtum oder eine Abweichung zu seinem Vorteil nutzt. Weil Ivey aber den Dealer zu einem - wenn auch nicht von diesem beabsichtigten - Betrug veranlasste, handelte er rechtswidrig und hatte keinen Anspruch auf das Geld.

Ivey war eindeutig vom Ergebnis des Rechtsstreits ausgesprochen enttäuscht. Ein Sprecher des Poker-Profis erzählte, dass er daran glaubte, eine erlaubte Strategie anzuwenden, durch die er nur das Versäumnis des Casinos ausnutzte, die notwendigen Schritte zu unternehmen und sich gegen Vorteilsspieler zu schützen. Der Richter war deutlich anderer Meinung und Iveys Antrag auf Berufung wurde abgewiesen.